Episode #8: Produktentwicklung mit und für Kunden

Shownotes

In der achten Folge von FAST & FORWARD, dem Logistik-Podcast von FIEGE, geht es um die Erfolgsfaktoren von markt- und kundenorientierter Produktentwicklung. Es braucht kreative Ideen, ein gutes Gespür für die Bedürfnisse von Kunden und vor allem lösungsorientiertes Denken. Wie das bei FIEGE funktioniert, erzählen Lena Bohnenkamp, Senior Manager Customer Intelligence, und Julius Wegman, Head of Omnichannel Developement.

„Wir analysieren unsere Kunden und beobachten die Entwicklungen im Markt, um daraus individuelle Wünsche unserer Zielgruppen abzuleiten. Die Kernfrage, die wir uns dabei stellen, lautet: Wie können wir diese Bedürfnisse zukunftsorientiert mit innovativen Produkten und Dienstleistungen bedienen?“ - Lena Bohnenkamp in FAST & FORWARD, dem Logistik-Podcast von FIEGE

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Episode #8 mit Lena Bohnenkamp und Julius Wegmann

Sarah: Herzlich willkommen zu Fast & Forward, dem Logistik Podcast von FIEGE. Heute moderieren für euch der Jens und die Sarah. Und ich freuen mich, dass ich heute wieder dabei bin und entschuldige nochmal, dass ich dich das Letzte mal einfach so allein gelassen habe.

Jens: Ich freue mich auch, dass du wieder dabei bist. Dann muss ich nicht alle Fragen immer allein stellen.

Sarah: Ja, heute schaffen wir das wieder. Und wir sind ja auch nicht allein. Wir haben nämlich noch zwei supernette Gäste dabei und zwar einmal die Lena und den Julius. Und heute geht es bei uns um das Thema Produktentwicklung bzw. Weiterentwicklung bei FIEGE. Und wir wollen mit unseren beiden Gästen besprechen: "Wie machen wir das eigentlich bei FIEGE? Woher kriegen wir eigentlich die Impulse? Und vor allem natürlich auch, auf was können wir uns eigentlich in den nächsten Wochen und Monaten freuen?" Also nochmal bei uns zu Gast heute Lena Bohnenkamp verantwortlich für das Thema Customer Intelligence bei FIEGE und Julius Wegmann, verantwortlich für das Thema Produktentwicklung im Bereich E-Commerce. Ich hoffe, ich habe das so richtig wiedergegeben.

Lena: Das passt. Hallo, herzlich willkommen. Danke.

Julius: Ja, hat sich toll angehört.

Jens: Sehr schön.

Sarah: Kennt ihr eigentlich schon bei uns das Thema? Wir starten ja immer mit einer kleinen Vorstellung. Diesmal haben wir es uns ein bisschen anders überlegt. Und zwar würde ich ganz gerne sagen, wir drehen einfach mal ganz kurz die Rollen, weil wir natürlich nicht so viel Zeit haben, das einfach mal die Lena den Julius vorstellt und der Julius die Lena.

Julius: Ob das schneller wird, weiß ich nicht.

Sarah: Ich auch nicht, wir gucken mal!

Jens: Sehr schöne Idee. Möchtest du beginnen Lena?

Lena: Ich darf starten? Okay. Julius Wegmann, 32 Jahre aus Münster kommend, ist für den ganzen Bereich Produktentwicklung und Produktweiterentwicklung Management in der Business Unit Omnichannel Retail verantwortlich und darf dies federführend nach vorne treiben. Ist jemand mit dem man unfassbar gerne zusammenarbeitet, weil er sehr viel Dynamik und gute Ideen mit einbringt. Und ja, ich glaube, das war es erstmal.

Jens: Das war's mit den Themen, die hängengeblieben sind, sagst du?

Lena: Es gibt natürlich noch viel umfassendere Themen, aber ich glaube, das sind so die Kernthemen, bei denen sich eigentlich so diese Glocke drüber schließen lässt. Genau.

Julius: Das passte super. Ich hoffe, dass ich ähnlich gut nicht vorbereitet bin, aber es trotzdem hinbekomme. Ich darf meine liebe Kollegin Lena vorstellen. Lena ist auch Anfang 30, wohnt in Münster und ist seit anderthalb Jahren ungefähr bei FIEGE. Hat davor schon viel im Bereich Produktentwicklung und Produktaufbau, in der Industrie und B2B Bereich gearbeitet und ist eben jetzt seit anderthalb Jahren bei FIEGE. Hat dieses Thema bei uns mit aufgebaut und ist aktuell verantwortlich, in der Zentrale, im Corporate Business Development, für das ganze Thema Customer Intelligence. Und kümmert sich darum, dass wir unsere Kunden noch besser kennenlernen und eben noch besser für unsere Kunden arbeiten können.

Jens: Sehr schön. Wenn wir das jetzt mehr oder minder geklärt hätten, dann die Frage: Warum seid ihr eigentlich, wenn ihr doch irgendwo auf den ersten Blick unterschiedliche Themen bearbeitet, warum seid ihr denn eigentlich heute gemeinsam hier? Was verbindet euch?

Julius: Uns verbindet, glaube ich, der Teil, dass wir in den letzten anderthalb Jahren, getrieben durch unseren Business Unit Omnichannel Retail, ganz viel in dem Thema Produktentwicklung und Produktaufbau getan haben. Und Lena da eben durch ihren Background, auch ganz viel Expertise mit reingebracht hat und uns auch einfach mit aufs Pferd geholfen hat. Denn das Thema ist an sich ziemlich neu für FIEGE und deswegen ist es schön darüber zu sprechen.

Jens: Dann vielleicht die Frage an dich, Lena, hast du den Stein zum Rollen gebracht oder ist diese ganze Thematik irgendetwas, was du aus dem Markt übersetzt bzw. etwas, was sozusagen FIEGE von außen angetragen wird? Oder bist du mehr oder minder der zündende Funke?

Lena: Grundsätzlich gibt es sehr, sehr viele Innovationen bei der FIEGE-Gruppe, weil das sind ja auch im Endeffekt die Einheiten, die oft auch mit dem Kunden zusammenarbeiten und wir da auch ableiten können was die Kunden eigentlich benötigen. Wir sind aber natürlich auch darauf bedacht zu schauen "Wie entwickelt sich eigentlich der Markt? Was wünschen sich Kunden in der Zukunft?" Um darauf aufbauend auch kundenorientiert und marktorientiert neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Es gibt so einen schönen Spruch, der heißt: " You're not “Educating the Market”." Und ich glaube, das ist einer der Kernpunkte, die wir uns auch immer auf die Fahnen schreiben müssen, weil wir natürlich viele Dinge entwickeln können, aber natürlich auch immer schauen müssen, wie weit das relevant für den Markt und für unsere Zielgruppen auch ist.

Jens: Ich finde es aber wichtig, dann direkt nochmal zu differenzieren. Also wenn du sagst, du bist in der Produktentwicklung beispielsweise beteiligt und warst es auch früher "beteiligt". Das heißt jetzt nicht, dass du dir ein Produkt ausdenkst und jetzt ganz viele neue Produkte rausploppen, sondern wirklich, dass man auch schaut, was braucht der Markt und was können wir eigentlich? Was für Services haben wir vielleicht schon seit 30, 40 Jahren oder vielleicht auch erst seit fünf Jahren aber vielleicht noch nicht richtig, in der richtigen Form noch draußen kommuniziert und bereitgestellt. Ist das so die Kernaufgabe?

Lena: Ja, genau richtig. Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt das Ideengehirn der neuen kreativen Ideen bin. Das bin ich absolut gar nicht. Da kommen die vielen Impulse aus der Organisation heraus. Es ist eher so, dass man vielleicht dadurch, dass ich auch noch nicht so lange da bin und gewisse Erfahrung in dem Bereich schon gemacht habe, vielleicht einfach mal an der einen oder anderen Stelle die richtige Frage stelle. Die man sich vielleicht vorher nicht gefragt hat. Was das ganze Thema Kunde angeht, wie denkt der Kunde, erwartet ein Kunde vielleicht auch angesprochen zu werden, wie sieht so einen Wettbewerb vielleicht für einen Kunde aus, wie sucht der Kunde nach einer Lösung? Das sind alles so Kernfragen, die wir uns jetzt, auch in den letzten Wochen, Monaten auch immer wieder gestellt haben, weil das im Endeffekt genau das aus der Kundenbrille ist, was wir beantworten wollen.

Sarah: Ich finde ja den Begriff Customer Intelligence auch sowieso generell superspannend. Wie weit sind wir da? Wie schätzt du das selber ein? Und wissen wir vielleicht auch Dinge über den Kunden, die er selber vielleicht gar nicht über sich selbst weiß?

Lena: Was wissen wir über den Kunden? Wir wissen schon einiges über den Kunden. Aber ich glaube, das ist in ganz vielen Unternehmen das Ähnliche. Es passiert sehr, sehr viel in den Köpfen. Wir kennen die Kunden. Die Personen, die mit den Kunden vor Ort arbeiten, kennen die Kunden in und auswendig. Und das ist auch gut so. Es ist natürlich im Bereich der Digitalisierung, im nächste Punkt zu schauen, wie können wir das auch transparent in die Organisation hineintragen, dass wir den Kunden ganzheitlich besser verstehen, dass wir nicht nur in den unterschiedlichen Niederlassungen die Kunden kennen oder in der Zentrale einen Kunden kennen, sondern dass wir wirklich versuchen, diesen Kunden ganzheitlich zu verstehen, zu gucken, was können wir eigentlich noch einmal Gutes für ihn tun und wie können wir die Kunden auch weiterentwickeln, damit er im Endeffekt auch zufrieden ist?

Jens: Vielleicht da auch nochmal ganz krass, auch nochmal unterstreichen, was du gerade gesagt hast, bevor man den Kunden nicht richtig kennt und versteht kann man ja auch nicht kundenkonzentriert arbeiten. Das ist natürlich ein super, super wichtiger Faktor, um auch immer genau zu wissen, an welche Bedürfnisse ich wie tackeln kann, ohne dass man diese immer auf die Nase gebunden kriegt.

Lena: Ja und genau da nochmal zum Thema Intelligence, was du ja gerade meintest. Das ist ja auch so ein bisschen der Punkt, dass wir versuchen wollen, dieses Wissen über den Kunden auch intelligent zu verwenden. Das wir halt in Richtung predictive irgendwie gehen können, zu schauen wie können wir eigentlich den Kunden nachhaltig und zukunftsorientiert weiterentwickeln?

Jens: Vielleicht Julius, um dich auch mal wieder ins Gespräch mit einzubinden. Was sind denn so beispielsweise Services oder Ansätze? Gibt's vielleicht auch aktuell ein Leuchtturm bei uns intern, der genau diese Richtung verfolgt? Irgendeinen Service, eine Idee, ein Produkt, was schon aus der Zusammenarbeit entstanden ist oder am Entstehen ist?

Julius: Das gibt's auf jeden Fall und du hattest es gerade ganz gutgesagt. Quasi, ob wir aus den Costumer Intelligence System sehen können, ob wir schon etwas richtig machen oder nicht. Ich glaube, wir machen schon viel richtig bei FIEGE. Das was wir im Costumer Intelligence auf jeden Fall sehen können, ist, dass für bestimmte Zielgruppen auch einfach nicht erreichen können. Also FIEGE kommt ja aus dem großen Lösungsgeschäft und ist da eben sehr erfolgreich, um Logistikkonzepte von der Pike auf genau tailor made aufzusetzen. Das was wir eben gelernt haben. Uns sprechen auch ganz, ganz viele Kunden an, die gerade erst starten wollen, beispielsweise im E-Commerce und für die FIEGE mit seinen Strukturen und seinen Systemen eigentlich eine Nummer zu groß ist. Und die konnten wir in der Vergangenheit nie so richtig gut bedienen. Und genau da haben wir eben angesetzt und jetzt als erstes Leuchtturmprojekt, wie du es genannt hast, um ein Produkt zu entwickeln von dem, was wir schon sehr gut können, nämlich E-Commerce Fulfillment. Und das eben systemisch, prozessual, aber eben auch als Produkt gedacht, also vom Vertrieb und Kundenmanagement durchgezogen, alles standardisiert, dass jeder Kunde bei uns starten kann.

Jens: Okay, aber dann vielleicht noch einen Schritt zurück. Was ist denn wirklich daran neu bzw. anders? Wenn du ja gerade sagst das ist etwas, das haben wir schon immer gut gemacht. Kriegt das einfach nur einen schönen, netten neuen Namen und vielleicht irgendwie ein schönes Design, eine schöne Landingpage? Was ist denn daran genau neu, um das nochmal zu herauskristallisieren. Was ist neu an so einem Thema, was wir schon lange sehr gut machen, als Produkt denkst, als Produkt vertriebst und auch als Produkt marketingseitig zeigst.

Julius: Also vor allem die Zielgruppe ist eine neue und die Art und Weise eben, wie wir es anbieten. Also wir haben in der Vergangenheit, bei großen Konzepten reden wir viel mit unseren Kunden und fragen die genau, wie und was sie brauchen und wie sie sich das vorstellen und dann konzeptionieren wir und dann gibt's immer alles kundenindividuell, der Vertrag ist kundenindividuell, die Preise und Co. Und wir haben den Spieß eigentlich umgedreht und gesagt von dem, was wir schon kennen, definieren wir jetzt einen guten Standard und machen es dem Kunden total einfach mit FIEGE zu starten. Also wir wollen eben, dass ein Kunde, der mit uns starten möchte, innerhalb von wenigen Wochen live ist, bei uns im Lager hat. Das gab's vorher so in der Art eigentlich nicht, weil zwischen Erstkontakt und Warenausgang der ersten Sendung vergeht häufig ein halbes Jahr und das ganze Ding haben wir mal umgedreht und Neukonzeption. Haben ganz viel Arbeit und Vorleistung gemacht, um jetzt dem Kunden anzubieten, wenn du zu FIEGE Now kommst, dann können wir dir heute schon die Preise nennen, die du bei uns im Fulfillment zahlst. Das müssen wir vorher dann nicht noch kalkulieren. Wir können dir sofort unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen zuschicken. Du kannst jederzeit starten, du kannst jederzeit rauskommen und du kannst in zwei Wochen starten.

Sarah: Ist das eigentlich so ein bisschen konträr zu unserem eigentlichen Wesen in der Kontraktlogistik? Also die Kontraktlogistik lebt ja davon, sehr individuell zu sein und sich wirklich zu 100% auf den Kunden einzustellen und ein maßgeschneidertes Konzept zu fertigen. Und wenn du jetzt sagst, wir setzen da jetzt auf Standardprozesse, ist das nicht genau das Gegenteil von dem, wie wir eigentlich im Markt agieren.

Speaker4: Es ist ein neuer Ansatz und der neue Ansatz richtet sich aber an andere Zielgruppen. Also, die klassische Kontraktlogistik, in der wir individuelle Konzepte bauen, die wird auch weiterhin Brot- und Buttergeschäft von FIEGE bleiben und da haben wir auch nicht den Anspruch zu sagen, dass wir das richtiger oder besser machen. Aber die klassische Kontraktlogistik, wo wir alles neu aufbauen, richtet sich natürlich auch an Unternehmen, die eine gewisse Schwungmasse mitbringen, damit sich das auch lohnt, alles kundenindividuell zu bauen. Und wir sehen aber, dass gerade in dem Bereich E-Commerce und nochmal mehr getrieben durch die Corona Pandemie und den starken Anstieg von E-Commerce eben auch ganz viele Kleine in diesem Markt wollen und die wollen wir angehen.

Sarah: Ah, okay, das kann man sich gut vorstellen, wenn man sich jetzt nochmal vor Augen führt: Stationärer Handel geschlossene, Innenstädte zu et cetera. Hast du vielleicht ein paar Beispiele für uns?

Julius: Ja, klar. Also wir sehen da eigentlich zwei Dimensionen. Eine ganz spannende Dimension sind eben die klassischen B2B Unternehmen, die große Marken haben. Wollen wir jetzt mal kein Namedropping machen. Aber jeder stellt sich vor die großen Marken, die vor allem heute über den Handel vertreiben, die über Filialnetz vertreiben, die aber noch nicht direkt an die Kunden verschicken, die jetzt eben, ich glaube aber auch schon vor Corona daran gedacht haben, ich muss auch in diesen E-Commerce Markt reingehen. Ich möchte meine Kunden direkt erreichen. Ich möchte von meinen Kunden lernen und die starten eben auch bei Null oder bei fast Null. Haben dann aber eine super Perspektive. Und mit uns können sie das eben ausprobieren und da rein starten, ohne alles FIEGE vorzudefinieren und ein ganz, ganz großes Projekt zu starten.

Jens: Vielleicht, bevor ich da nochmal einhake, ich glaube Lena, du wolltest noch was zu dem Thema generell ergänzen?

Lena: Achso, es passte eigentlich. Es ginge um das Thema aktueller Vertriebsstrukturen einfach, dass das ja gerade alles aufbricht. Das wir auch so entwickelt haben, damit man genau diesen Einstieg bekommen kann und gemeinsam mit FIEGE wachsen kann. Das heißt, wenn man mit diesen Standards startet, um erstmal die ersten Erfahrungen zu sammeln, ist es dann ja auch so, dass wir dann ja auch im Laufe des Prozesses, dann baut man ja auch dieses Vertrauen auf und das wollen wir auch mit dem Kunden, dass wir dann auch sagen: "Okay, du hast jetzt eine gewisse Reife entwickelt, jetzt können wir auch schauen, wie wir deine Prozesse individualisieren. Du kannst aber in der FIEGE Welt bleiben und das ist es was man erreichen will."

Jens: Ja, das ist natürlich auch ein sehr, sehr spannender Faktor, was du gerade beschrieben hast. Das Projektgeschäft bzw. wenn du wirklich klassisch Kontraktlogistik irgendwas designst on Point ist das ja auch immer mit sehr, sehr viel Interaktion und so weiter verbunden. Wenn du dich aber auf ein Produkt entweder committest oder nicht, hast du vielleicht noch die eine oder andere Rückfrage. Aber vielleicht weniger partnerschaftlichen Kontakt usw. Aber vielleicht ist es auch genau das Thema. Manchmal brauche ich das Produkt an der Stelle und es gibt ja sehr, sehr, sehr, sehr viele erfolgreiche Beispiele auch am Markt, was Produktisierung angeht. Vielleicht auch nochmal, wenn ich das jetzt gerade hier höre und mir denke FIEGE Now ist jetzt ein Fulfillment-Produkt für eine B2B Marke die E-Commerce langsam skalieren möchte. Was sind denn beispielsweise so Unterschiede zu bestehenden Strukturen wie etwa FBA beispielsweise von Amazon?

Julius: Ja, das Grundkonzept ist eigentlich ähnlich. Auch Amazon im FBA Modell bietet einen schnellen Einstieg an und Klarheit auch was Preise usw. angeht. Das was wir eben bei dieser Art von Mitbewerbern sehen, ist, dass FBA darauf ausgelegt ist, dass die Händler über Amazon verkaufen. Das heißt, über diesen Vertriebskanal ist das ein gutes Modell. Das sehen wir auch. Aber wir sehen den Trend, dass eben Händler in mehr Kanäle verkaufen wollen. Über ihren eigenen Webshop, über Amazon, auch über andere Marktplätze. Vielleicht auch noch sowas wie Click und Collect, also auch die Versendung in die Filialen. Und überall da, wo wir in einen zweiten Kanal, spätestens in den zweiten Kanal reingehen, fallen diese Marktplatzlösungen eigentlich raus.

Jens: Vielleicht auch ein gutes Stichwort, Lena. Ich finde, das ist ein sehr gutes Beispiel, ein anschauliches Beispiel, um zu zeigen, dass nur weil etwas ein Produkt ist, ein Standard ist, man sich nicht von Flexibilität verabschiedet. Sondern da ist es ja so, dass gerade dieses Produkt sehr viele Möglichkeiten nach hinten und nach vorne heraus ergibt, in der Supply Chain flexibel zu bleiben. Du hast gerade die unterschiedlichen Kanäle angesprochen im Bereich Vertrieb und so weiter. Lena, wie schwer ist das eigentlich, wenn man so ein Produkt erstellt bzw. mit auch aus einem Service Design da irgendwann zu sagen: Okay, bis hierhin reicht das und alles darüber hinaus ist dann vielleicht ein Upgrade oder das nächste Produkt. Wie wehrt man sich dagegen, nach so einem Wunsch nach einer eierlegenden Wollmilchsau zu verfallen? Wie steuerst du sowas?

Lena: Ja, ich weiß genau, was du meinst und das ist auch im Prozess immer noch etwas, woran wir arbeiten. Sagen wir so, ich glaube, man muss halt irgendwann ganz klar den Cut setzen. Also auch da haben wir ja auch die Erfahrung gemacht, das Thema MVP spielt da natürlich auch eine Rolle. Also Minimum Viable Product, also wie muss das Produkt konzipiert sein, damit es marktreif ist. So und dann muss man halt auch irgendwann mal ein Cut setzen und sagen "Okay, das machen wir jetzt." Alles weitere ist on top, ist ein sogenanntes Add on. Diese ganzen schönen Anglizismen. Ist halt wieder ein Add on, das kann man dann irgendwie sammeln und dann muss man halt schauen, wie priorisiert man das in der Entwicklung. Weil das ist ja auch einer der Kernthemen, wenn wir jetzt sagen, wir wollen ja auch nur Dinge dann entwickeln, wenn es auch vom Kunden gewünscht ist. Also wenn wir dann von 2, 3 Kunden z.B. den Bedarf erkennen, wir brauchen XY, an dem Produkt, weil das ist gewünscht, dann würden wir das auch weiterentwickeln. Wenn jetzt ein Kunde das macht, müssen wir für uns intern prüfen, ist es skalierbar, ist es machbar, dass wir das übertragen können auf viele Kunden? Oder ist das vielleicht eine Art Einzelanforderung, die so besonders ist, dass das Thema Standardisierung in dem Produkt wieder rausfällt? Dann muss man schauen was man wie man damit umgeht. Aber eigentlich ist es so, dass wir wirklich schrittweise das Produkt so weiterentwickeln wollen, dass es kundenorientiert ist und an den Bedarfen des Kunden wirklich entwickelt werden.

Julius: Und das ist ehrlicherweise eine große Herausforderung, die wir bei FIEGE lernen müssen, weil FIEGE als eben klassischer Kontraktlogistik Dienstleister, lebt davon, dass wir Kundenanfragen erfüllen. Und wir tun uns ganz schwer damit eigentlich, wenn ein Kunde sagt: "Ich hätte gerne diesen extra Prozess." Dann tun wir uns ganz schwer damit zu sagen: "Passt aber nicht in den Standard." Weil eigentlich machen wir so etwas gerne für unseren Kunden und entwickeln genau das, was der Kunde braucht. Und hier sind wir jetzt das erste Mal da, immer zu bewerten, ist das etwas, was für alle Kunden gut ist, dann entwickeln wir das auch. Dann der Vorteil für den Kunden, dass es bei uns auf die Entwicklungsroadmap kommt. Wir entwickeln das und stellen es allen Kunden zur Verfügung. Wenn es aber eben nicht in den Standard passt und das Produkt quasi gefährden würde in Anführungsstrichen, dann kommt es eben auch nicht rein und dann ist man eben eher wieder da, dass der Kunde dann vielleicht eine Individualanforderung braucht, die er dann gerne mit FIEGE umsetzen kann.

Sarah: Vielleicht auch da einmal, um das ein bisschen greifbar für alle Zuhörer zu machen. Wie lange habt dir genau an diesem Produkt, "FIEGE Now" hast du es genannt, gearbeitet?

Lena: Es ist ja ursprünglich gerade das Projekt oder das Thema aus der IT, weil die IT hatte sich halt überlegt wir haben so viele Projekte warum fangen wir eigentlich immer bei allem was wir tun, von null an. Können wir das nicht standardisieren? Das heißt, daher kam eigentlich der initiale Gedanke und wir im BD haben jetzt gut über ein Jahr daran gearbeitet. Das haben wir aber auch gebraucht, weil genau das, was Julius auch gerade angesprochen hat. Wir mussten halt, weil die Denke ja wirklich anders ist bei sowas, also bei FIEGE Now mussten wir viele Dinge auf den Prüfstand stellen. Dinge, die sich bis dato bewährt haben oder bis dato immer so sind, haben wir diesmal anders gemacht. Das hat eine Zeit gedauert. Ist aber auch gut so, das bedarf ja auch eine gewisse Zeit. Aber ich glaube, wir sind genau den richtigen Weg gegangen und sind jetzt gerade an einem Stand, wo wir auch mit gutem Gewissen das auch sagen können: "Okay, wir haben eine gute Marktreife entwickelt." Und können jetzt auch damit starten, die ersten Erfahrungen zu sammeln, weil darum geht's ja auch im Endeffekt irgendwann dann diesen letzten Meter eine Ziellinie zu machen und dann halt auch so ein Produkt an den Markt zu bringen.

Jens: Jetzt, wo ihr das einmal gemacht habt, du das einmal gemacht hast, ist das dann eigentlich ein Selbstläufer, alle möglichen Themen jetzt in Produkte umzuwandeln oder ist das jeweils immer ein gewisses Starten bei null?

Lena: Ja, teils, teils. Also dieses Umdenken, was wir ja auch gerade schon kurz angesprochen haben, ist natürlich in Teilbereichen und das ganze Thema Change ist ja auch innerhalb von einem Jahr nicht getan. Wenn man schaut, wie lange wir schon im Bereich Concept Solutions, Individuallösungen in der Kontraktlogistik entwickeln. Es ist ja auch, glaube ich, anmaßend zu sagen innerhalb von nur einem Jahr revolutionieren wir alles. So machen wir es anders. Das muss ja auch gar nicht so sein. Also es gibt ja auch, es gibt ja auch eine Relevanz dafür, was wir bis dato gemacht haben. Und das ist ja auch nur für Teilbereiche, ne, wo man jetzt mal gewisse Produktentwicklungen irgendwie sieht und sagt: "Okay, daraus können wir eigentlich ein Produkt machen." Das müssen wir auch erstmal intern prüfen. Hat das überhaupt Relevanz? Wie weit können wir das weiterentwickeln?

Jens: Ich glaube, es ist gerade für uns ein sehr, sehr wichtiger Step. Ich meine, wir haben oft schon darüber geredet, auch in anderen Folgen, über verschiedene Teilaspekte, verschiedene Teilservices, auch verschiedene Beteiligungen und so weiter. Ich glaube, es ist sehr wichtig an der Stelle für alle, also sowohl intern als auch extern für Gruppen, die nach bestimmten Services suchen, diese verständlich zu kommunizieren, dass die Form als Produkt natürlich immer das Einfachste. Also, wenn du sagst, das ist so und so können uns jetzt ein Projekt draufsetzen und das gemeinsam dann auf dich zuschneiden. Vielleicht möchte das auch nicht jeder, vielleicht möchte auch der ein oder andere oder die eine oder andere bitte sag mir, was ist denn der Best Practices. Was ist das Produkt? Und natürlich wollen wir, wenn wir schon ein Produkt ausstellen eins machen, was aus sehr gut miteinander harmonierenden Einzelteilen funktioniert und nicht mit etwas, was du so halb gar isst.

Julius: Ich glaube auch, dass das nicht jeder kann, weil natürlich Unternehmen, die neu in einen Bereich rein starten, die haben auch häufig nicht die Leute dafür. Und ich glaube so ein Kontraktlogistikprojekt aufzubauen ist ja nicht nur dass das Zeit dauert, dass man irgendwie sagt, so ein Projekt dauert ein halbes Jahr und kostet auch im Setup etwas, sondern der Kunde braucht ja auch die Projektmanager auf seiner Seite und das IT Know-How und so weiter, um dieses Projekt zu stemmen. Und bei diesem Produktgedanken wollen wir möglichst viel Aufwand und Kosten und eben auch Know-How dem Kunden quasi rausnehmen, dass er eigentlich ohne Spezialwissen bei uns starten kann und sich wirklich auf sein Business konzentrieren kann.

Sarah: Es ist ja eigentlich auch ein super Beispiel für Innovation und Produktentwicklung, die im Unternehmen getrieben werden. Wir haben ja in den Folgen davor viel über bzw. mit F-LOG gesprochen, wir haben mit unserem Company Builder gesprochen. Das heißt, da gehen wir eben überall sehr bewusst den Weg an, neue Geschäftsmodelle mit unabhängigen Einheiten sozusagen aufzuziehen. Zu sagen: "Okay, in der Kernorganisation ist es vielleicht schwierig, weil wir da langatmige Prozesse et cetera haben." Seid ihr mit eurer Idee denn intern total auf Befürworter sofort gestoßen oder musstet ihr erstmal Leute davon überzeugen? Vielleicht könnt ihr uns so ein bisschen ein Gefühl von der Kultur mitgeben.

Julius: Ich würde sagen, wir haben mehr Befürworter getroffen. Also man muss natürlich das Konzept und dieses Geschäftsmodell eines Produkts vordefinieren. Ich habe es gesagt, das ist für FIEGE etwas Neues. Wir arbeiten eigentlich anders und unsere DNA ist irgendwie eigentlich aus der Historie heraus eine andere, nämlich alles für den Kunden machen zu wollen, was er möchte. Das mussten wir lernen, das mussten wir dann auch viel den anderen Kollegen erklären. Aber da wir eine neue Zielgruppe damit angreifen, eben auch nicht irgendwie sagen, dass wir besser sind oder wir wollen anderen das Geschäft wegnehmen, sondern wir wollen einfach das, was wir heute schon tun, ein bisschen anders machen und damit noch skalierbarer für neue Zielgruppen sein. Und damit haben wir, glaube ich, eher offene Türen eingerannt.

Lena: Und wenn ich dann noch hinzufügen darf. Also wir haben das ja auch seit einem Jahr intern kommuniziert. Wir kriegen auch intern mit, wie sich das langsam weiterentwickelt. Also in den unterschiedlichen Business Units entwickelt sich dadurch wirklich ein Drive und auch mehr Anfragen, wo man sagt: "Hey, wir haben hier eine Idee. Können wir das irgendwie weiterentwickeln? Wie kriegen wir daraus ein Produkt?" Und das ist ja eigentlich genau dieser Stein, der damit ins Rollen gekommen ist und besser kann es ja eigentlich gar nicht sein, dass solche Entwicklungen oder solche Ideen auch von innen herausgetrieben werden, weil das sind ja auch die, die das Ganze dann auch mit Leben füllen, mit Kundenwissen füllen. Und ich glaube, dass wir da auch einem extrem spannenden Weg sind. Und ich glaube, da werden bestimmt noch das eine oder andere Mal neue Produkte wieder in der Zukunft heraus purzeln.

Jens: Mich würde mal interessieren, ihr habt ja auch besprochen oder gesprochen jetzt, wie sich so ein Produkt definiert und dass das auch viel mit Vertriebsstrukturen zu tun hat. Jetzt mal ganz doof gefragt: "Ich interessiere mich dafür." Ich habe jetzt verstanden, dass es da mehr oder minder Preise gibt, da gibt's mehr oder minder Prozesse, an denen ich mich orientieren kann. Wo finde ich denn das? Und wenn ich das gefunden hab, habe ich dann irgendwie so eine Art Konfigurator wie beim Golf? Wo man sagt, man hat das Grundgerüst und ich nehme hier nochmal Business Intelligence dazu und vielleicht hier noch ein bisschen Retourenabwicklung. Wie muss ich mir das dann wirklich vorstellen am Ende, wie wird das Produkt am Ende an den Kunden eigentlich übersetzt oder zu ihm hinübersetzt?

Julius: Du findest uns in erster Linie auf fiege-now.com. Da haben wir extra eine Landingpage für aufgesetzt, denn wir können dieses Produkt, du hast es ja gerade gesagt, wir haben Preise, wir haben ein Leistungsverzeichnis und so weiter. Wir haben alle schon vordefiniert. Damit sind wir in der Lage, das erste Mal auch aktiv zu vertreiben. Das wollen wir tun, eben mit Google Ads und so weiter. Und wollen eben die Kunden darauf ziehen, dass sie bei uns auf die Landingpage kommen. Dort finden Sie alle möglichen Informationen. Können sich auch die Unterlagen runterladen, dort auch digital Termine mit uns vereinbaren, um ihre Rückfragen zu klären und dann bis eben ganz schnell da. Und auf der Landingpage haben wir auch einen Konfigurator. Sodass du schon mal so ein paar Informationen uns rübergeben könntest. Dann können wir noch besser verstehen, wie gut das zu dir passt. Vielleicht kommt ja auch ein Kunde darüber zu uns und merkt dann aber eigentlich brauche ich doch einen Individuallösung und das ist dann eben auch kein Problem. Aber wir lernen den Kunden darüber kennen. Er kann sich ohne Probleme und digital mit uns verknüpfen. Und dann sind wir eigentlich ganz schnell da, dass wir wirklich Tacheles reden können darüber, wann es losgeht.

Jens: Wie entwickelt sich eigentlich dann so ein Produkt auch Stück für Stück weiter? Beispielsweise: Ich bin jetzt E-comm Peer eins und finde es richtig interessant. Hab mich jetzt aufgeschaltet. So. In ein, zwei Jahren überlegt man und upgradet vielleicht das Produkt und vielleicht eine Kernkomponente oder so weiter, die ich aktuell bei mir drin hab, ein Teil des WMS wird vielleicht durch etwas anderes ersetzt, weil möglicherweise die Mehrheit eher in eine andere Richtung denkt oder driftet. Wie geht man bei so einem Produkt damit um, dass es einerseits Standard sein muss, andererseits aber natürlich auch ständig Upgrades braucht, ohne aber vielleicht ursprüngliche Teilnehmer, ursprüngliche Ideen wiederum auszuschließen? Wie schafft man eigentlich diesen Spagat, das aktuell einzuhalten, aber auch allgemeintauglich?

Julius: Wir binden uns ja auch an Shop Systeme an und die Shop Systeme, das ist auch der Vorteil von Marktplatz und Shop System, die geben gewisse Standards vor. Das heißt, von diesen Standards wollen wir auch gar nicht abweichen, sondern halten gewisse Prozesse, gewisse Schnittstellen sowieso immer state of the art und entwickeln uns dann mit dem Markt mit. Also eben mit den führenden Shop Systemen und Marktplätzen, dass unsere Kunden überhaupt in der Lage sind, auch zu verkaufen. Das definiert schon mal ganz viel, sodass wir nicht glauben, dass ein Kunde quasi hinten rausfliegen kann. Und die Weiterentwicklungen sind so konzeptioniert, dass sie eben nicht jemanden ausgrenzen, sondern eigentlich nur für alle Möglichkeiten entwickeln. Und wer diese neuen Möglichkeiten nutzen möchte beispielsweise andere Versandmöglichkeiten, neue Güterklassen wie beispielsweise Hängeware oder so, die dann dazukommt. Die schließt den, der nur Liegewagen hat, nicht mehr aus.

Jens: Verstanden. Also es gibt schon eine gewisse Sichtweise darauf, dass auch immer alles kompatibel bleibt und nicht man dann irgendwann auch hinten runterfällt, nur weil es dann vielleicht doch in eine Richtung gehen sollte.

Julius: Genau.

Sarah: Mich würde jetzt nochmal interessieren, wie schnell denn jetzt am Ende wirklich, so mal Tacheles gesprochen, ein kleiner E-Commerce Laden dann online sein kann bei uns?

Julius: Also es gibt zwei Wege zu uns zukommen. Der klassische Weg ist eigentlich, dass der Kunde ein marktübliche Shop System benutzt, sag ich mal. Also wir haben eine direkte Integration mit FIEGE Now zum Shoppify, zu JTL und zu Woocommerce aktuell. Wir sind in der Lage relativ schnell neue Shops Systeme dort anzubinden und ein Großteil der von dir angesprochenen potenziellen Kunden nutzt diese Shop Systeme. Das heißt, wenn das der Fall ist, dass sich diese Shops System nutzen, dann kann ich über die direkte Integration in wenigen Tagen ein bisschen hin und her testen. Aber dann bist du eigentlich in wenigen Tagen systemisch an uns angebunden. Und parallel können wir im Lager eben einen Bereich einrichten und dann, wenn alles gut läuft, können wir ab dem Zeitpunkt wo du sagst du wirst mit FIEGE arbeiten bist du innerhalb von zwei Wochen live würde ich sagen.

Jens: Ich würde gerne nochmal, nachdem wir jetzt über das Produkt gesprochen haben und auch ein bisschen über eure jeweilige Geschichte. Mich würde mal interessieren, was wirklich so der Motivator bzw. der Antrieb dahinter ist, für jeden von euch beiden das gerade jetzt auch in diesem Umfeld zu machen, was ihr dort macht. Warum identifiziert ihr euch mit dem Produkt? Warum hat euch das Spaß gemacht? Ich hoffe, dass es euch Spaß gemacht hat, an dem Produkt zu arbeiten und dieses auch weiterzubringen. Lena, hast du Lust, dazu was zu sagen, wie du da eigentlich zu stehst und wie dich das motiviert oder was dich motiviert?

Lena: Also ich muss ja sagen, ich komme ja aus dem Bereich von der Produkt- und Geschäftsentwicklung, aus dem Systemgeschäft. Und mich hat das immer total fasziniert, wie skalierbar solche Modelle sind. Und wenn man dann natürlich, ich bin jetzt seit anderthalb Jahren bei FIEGE, und das dann auch irgendwie sieht, was für Arbeitsaufwände zum Teil bei gewissen Dingen immer wieder aufploppen, wo man denkt: "Okay, kann man da nicht gewisse Dinge standardisieren, dass sie vielleicht einfacher ablaufen, dass die Prozesse einfacher sind, dass man vielleicht auch schneller Produkte an den Markt bringen kann, die vielleicht auch ein bisschen marktorientiert sind oder vielleicht auch passgenau für gewisse Zielgruppen." Das fand ich halt enorm spannend. Und das war etwas, das packt mich schon seit jeher. Und hier natürlich dann nochmal, insbesondere, weil wir das ja in der Form noch nicht hatten. Und deswegen war das eine ganz, ganz spannende Reise, die auch noch weitergeht, das gemeinsam im Team auch so zu entwickeln. Viele Fragen auch einfach mal zu stellen und Dinge mal infrage zu stellen. Und ich glaube oder ich merke auch, wie da wirklich gerade so ein Umbruch stattfindet und man irgendwie merkt, das kann halt auch ein Weg sein, der auf die Zukunft spannend ist. Von daher, ja, mir hat es sehr, sehr viel Spaß gemacht und mir macht es auch weiterhin noch viel Spaß. Ja, und ich bin da sehr, sehr guter Dinge. Ich finde es total spannend mit den Personen auch sich zu unterhalten, die die ganzen Erfahrungen haben. Es geht ja auch darum, solche Produkte zu definieren und herzuleiten, dass man die Erfahrungen auch wertschätzt und die Best Practices, die sich seit je her bewährt haben. Und das ist ja eine Kombination, die wir eigentlich mit neuen Denkansätzen einfach bündeln wollen. Und dann vielleicht mal zu überlegen, wie kann man daraus etwas Neues machen, das man dann halt auch neue Zielgruppen ansprechen kann, um da auch einfach so das Produktportfolio oder das Zielgruppeportfolio von FIEGE auch noch zu erweitern.

Julius: Ich finde es auch spannend, weil es einfach was ganz Neues ist in der FIEGE Organisation, das treibt mich total an. Da etwas Neues mit aufzubauen und zu zeigen, dass das gut funktionieren kann. Und ich habe selber in meiner Zeit auch eine gewisse Zeit im Business Development bei FIEGE gearbeitet und da waren zwei Sachen immer ein bisschen frustrierend. Das eben Kunden anfragen, die wir nicht bedienen können, das sind eben genau die Zielgruppen von FIEGE Now wie eingangs erwähnt. Die passen nicht zu uns und es ist irgendwie immer Schade. Jemandem, der eigentlich mit FIEGE gerne arbeiten will, des Gutes von FIEGE gehört hat und dann sagt können wir mal? Und dass wir dann sagen:"Nee, das passt einfach nicht." So und ich glaube, diese Kunden können wir in Zukunft besser bedienen. Das spornt mich an. Und darüber hinaus ist es eben auch für uns ein skalierbares System, denn nicht nur der Kunde muss Ressourcen und Know how und Zeit investieren in einem Projekt, sondern wir müssen das auch. Und wir wollen gerade mit unserer Business Unit und ich glaube ganz bei FIEGE wachsen und erfolgreich sein und dieses Modell ist eben auch ein Modell, wo wir mit vielen kleineren Kunden auch nochmal schneller wachsen können, weil es auch bei uns die Ressourcen reduziert. Und das finde ich total spannend, einfach einen zweiten Arm aufzubauen.

Sarah: Voll spannend, wenn man euch so zuhört, hat man auf jeden Fall den Eindruck, dass ihr noch mehr im Kopf habt. Und das sind auf jeden Fall die Reise irgendwie noch nicht da beendet ist. Und ich glaube Julius, du sprachst vorhin irgendwie von Familie. Kannst du einen kurzen Ausblick geben auf das, was nach FIEGE Now kommt?

Julius: Nach FIEGE Now kommt FIEGE Now. Also FIEGE Now, soll nicht nur unser E-Commerce Fulfillment Produkt sein, indem wir Päckchen packen für kleinere Händler, sondern FIEGE Now soll eigentlich wirklich eine Produktfamilie sein, die ein gemeinsames Leistungsversprechen hat. Und dieses Leistungsversprechen ist quasi, starte schnell mit uns, keine Mindestmenge, klares Preisblatt und so weiter. Das ist alles, deswegen auch dieses "Now", also jetzt starten können und klar sein. Und da starten wir eben mit dem Fulfillment. Und ich glaube, mit dem Fulfillment können wir noch ganz, ganz viel weiterentwickeln. Da starten wir mit einem guten Set. Wo wir aber heute schon wissen, dass wir da viel weiterentwickeln können und viel für den Kunden mehr machen können. Und darüber hinaus bieten sich noch ganz, ganz viele neue Produkte aus der FIEGE Welt. Wir machen ja nicht nur Logistik bei FIEGE. Wir haben in unserem Standort in Münster machen wir die Buchhaltung für das Unternehmen, wir führen Callcenter für unsere Kunden und das alles machen wir heute schon. Aber immer kundenindividuell. Und eigentlich alles das, was FIEGE heute schon erfolgreich macht aber kundenindividuell hat für uns ein Potenzial, das zu analysieren, zu schauen. Gibt es ein Markt an vielen kleinen Kunden, gibt es die Möglichkeit, der systemischen und prozessual zu standardisieren. Und immer, wenn bei beiden Sachen die Antwort ja ist, sollte es integriert werden in die FIEGE Now Familie, um eben auch kleineren Unternehmen die Chance zu bieten. Lagert doch eure Buchhaltung aus, lagert doch euer Callcenter aus, lagert doch euren Versand aus usw. Das ist eigentlich alles, was FIEGE heute macht, und das wollen wir, wenn möglich, integrieren.

Jens: Vielleicht noch einen Punkt. Man muss ja nicht unbedingt klein sein, um auf Standards zurückzugreifen.

Julius: Absolut.

Jens: Genau. Aber ansonsten stimme ich dir komplett zu, auch dir, Lena. Und ich finde, das war auch ein richtig schönes Schlusswort. Also bevor ich mich eingemischt hab. Danke dir dafür Julius. Schön, dass ihr da wart. Hat mir auf jeden Fall Riesenspaß gemacht. Ich hoffe dir auch Sarah? Du bist ja jetzt wieder neu eingestiegen. Nachdem du zwei geschwänzt hast. Danke auf jeden Fall, dass ihr da wart und ich wünsche mir noch ganz, ganz viele schöne Produkte aus eurer Schmiede.

Lena: Ja, vielen Dank.

Julius: Danke an euch.

Sarah: Sehr gerne.

Jens: Bis dann. Ciao Ciao.

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