Episode #5: Data-Mining: Schätze heben für die Logistik

Shownotes

In der fünften Folge von FAST & FORWARD, dem Logistik-Podcast von FIEGE, klären wir was Logistik und Montanindustrie gemeinsam haben! Die Digitalexperten der talpasolutions GmbH haben Parallelen gefunden und damit das Interesse des Log-Tech-Funds F-LOG Ventures geweckt. Sebastian Kowitz (CEO talpasolutions) und Tim Gudelj (Managing Partner F-LOG Ventures) sprechen in Folge 5 unseres FAST & FORWARD-Podcasts über ihre Kollaboration und erklären, was die Logistik aus dem Bergbau lernen kann.

„Durch Sensoren in den Maschinen der Montanindustrie fallen eine Menge Daten an. Doch 99 Prozent davon bleiben bisher ungenutzt. Unser Ziel ist es, über Data-Mining und Technologien den Arbeitsalltag voranzubringen – im Bergbau wie in der Logistik.“ - Sebastian Kowitz in FAST & FORWARD, dem Logistik-Podcast von FIEGE

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Episode #5 talpasolutions

Sarah: Ja, herzlich willkommen zum Fast & Forward, dem Logistikpodcast von FIEGE. Heute moderieren für euch Jens und die Sarah wieder remote und immer noch aus dem Homeoffice und mit den bekannten Herausforderungen des Elterndaseins. Heute geht es nochmal um das spannende Thema Venture Capital. Wir haben ja in der dritten Folge unserer Podcastreihe mit unserer Kollegin Tanja Rosendahl bereits über das Thema gesprochen. Und auch damals waren wir schon völlig gespannt, was sind eigentlich die Startups, in die wir da investieren. Heute haben wir das Glück, Talpasolutions bei uns zu haben. Eines der ersten Startups in das F-LOG Ventures investiert hat und wir sind total gespannt rauszufinden, wie wir eigentlich so zusammengekommen sind, was natürlich Talpasolutions macht und was vielleicht auch die aktuellen Herausforderungen sind. Bei uns deshalb heute zu Gast der Tim Gudelj Partner bei F-LOG Ventures und Kollege von Tanja und natürlich der Sebastian Kowitz, CEO und Gründer von Talpasolutions. Herzlich willkommen euch beiden!

Tim: Hallo! Schön, dass wir da sein dürfen.

Sebastian: Glückauf! Ich freue mich auch.

Jens: Auch von mir ein herzliches Willkommen in die Runde. Ich hoffe, Tim es ist okay, wenn wir bei Tim bleiben und auch bei dir, Sebastian. Ich möchte ungern nochmal in die gleiche Falle tappen wie Sarah. Ich würde direkt ganz einfach mal starten und vielleicht bevor wir groß um den heißen Brei herumreden. Pitcht euch beide doch einfach mal selbst. Sagt doch mal jeweils ganz kurz in ein, zwei, drei Sätzen: Wer seid ihr? Was macht ihr? Und was ist eure jeweilige Aufgabe? Du Sebastian mit Talpasolutions und du Tim bei der F-LOG.

Tim: Sehr gerne. Ich bin Tim Gudelj Partner bei F-LOG Ventures, dem frisch gegründeten Venture Capital Fonds von FIEGE und wir haben uns auf die Agenda geschrieben, der relevante Ansprechpartner und VC für Logtech-Themen und artverwandte Themen zu sein. Und ich freue mich, zukünftig in so tolle Unternehmen wie die Talpa investieren zu können.

Sebastian: Mein Name ist Sebastian Kowitz. Ich bin wie gesagt Gründer und Geschäftsführer von Talpasolutions. Ich bin von Natur aus Bergmann. Das heißt, ich habe Bergbauingenieurswesen studiert und habe mich in den letzten Jahren der Digitalisierung der Schwerindustrie verrufen und freue mich, ein bisschen Einblick in die Schwerindustrie zu geben, speziell auch Bergbau und andere Themen. Und euch darüber ein paar Infos zu geben.

Jens: Schwerindustrie und Logistik. Ja, mir fällt da erst mal keine Brücke ein. Vielleicht könnt ihr mal kurz erzählen, wie das eigentlich zusammenpasst bzw. wie ihr zusammengekommen seid. Und wohinter steckt eigentlich Sebastian, der Maulwurf in eurem Namen?

Sebastian: Der Maulwurf im Name. Das ist eine gute Frage. Talpa heißt lateinisch Maulwurf. Also ganz ursprünglich ist der Name bei einem langen Abend mit ein bisschen Bier entstanden. Es gab viele unterschiedliche Namen und Talpa wurde ausgewählt. Natürlich mit der Idee der Maulwurf, der findet sich Untertage, hat unterschiedliche Sensoren und findet sich in der Welt zurecht und weiß immer den Weg zum richtigen Schatz. Aber auch ein anderer Hintergrund ist, dass wir im Ruhrgebiet angesiedelt sind, wir kommen aus Essen und im Bergbau früher, im Ruhrgebiet, um Kohle zu finden, die Lagerstätten zu finden, haben sich die Menschen damals die Maulwurfshügel angeschaut und wenn in den Maulwurfshügel, etwas Kohle enthalten war, wussten sie, wo sie graben müssen. Das heißt, sie wussten, wo die Schätze sind. Das war sozusagen schon eine erste Datenanalyse, die durchgeführt worden ist. Und ich glaube, das passt ganz gut, was wir auch tun. Und deswegen sind wir die Talpas. Und wir haben auch das Ziel in unterschiedlichen Daten, was herauszufinden, speziell die Sensordaten. Aber dazu gleich mehr.

Sarah: Ich bin total interessiert. Ich bin ehrlich gesagt auf so ein Stichwort bei euch auf der Website gestoßen. Und zwar heißt es No buzzwords - just digitalization in practice. Jetzt bin ich natürlich total gespannt und du hast gerade schon das richtige Stichwort dafür gegeben. Was heißt das genau? Was macht ihr da?

Jens: Ja, und da ist ja eigentlich schon ein buzzword enthalten.

Sarah: Wir drücken jetzt immer auf den Buzzer, wenn du gleich ein buzzword verwendest.

Sebastian: Wir können gerne mitzählen. Ich versuche es so gering wie möglich zu halten. Digitalisierung, Data Analytics - erstes buzzword - das ist praktisch betrachtet mit sehr viel buzzwords verbunden. Die Schwerindustrie, klar, möchte auch Daten nutzen. In der Industrie, nehmen wir ganz einfach den Bergbau. Ist immer das Ziel, ähnlich wie man es kennt im Privatleben über Facebook, Google Daten nutzbar zu machen, daraus Mehrwerte zu gewinnen, das in die allgemeinen Workflows zu integrieren, das heißt in die Arbeitsprozesse der Mitarbeiter und darum geht es bei uns. Das heißt, wir sind sehr Output orientiert. Das heißt, wir fokussieren uns darauf dem Kunden Mehrwert zu bringen, dass Daten wirklich angewendet werden können. Wir sprechen nicht darüber. Also wir sprechen auch darüber, welche Technologien eingesetzt werden. Aber wir buzzworden nicht herum, sondern wir sagen: "Okay, du möchtest einen folgenden Mehrwert generieren, dann helfen wir dir dabei." Und dafür haben wir klare Vorstellungen.

Jens: Und wie Tim, bist du darauf gekommen bzw. wie hast du den Mehrwert gesehen? Oder haben wir den Mehrwert gesehen? Und wie ist die Story dahinter?

Tim: Das ist natürlich eine super berechtigte Frage. Die Stärke von der F-LOG ist es auch, in der Evaluation von möglichen Investitionen so gewisse Freiheitsgrade zu haben. Sprich das ist auf der einen Seite, das natürlich so ein Unternehmen wie FIEGE nicht immer schwarz und weiß nur harte Logtech Themen natürlich in einem großen Konzern ganz viele andere auch Problemstellungen nicht nur in der Logistik, sondern auch anderen Teilen des Geschäfts entstehen, sei es jetzt im Zahlungsverkehr oder einfach nur in der Prozessoptimierung, sodass wir da als F-LOG den Luxus haben, über den Tellerrand hinauszuschauen und so tun wir es auch bei der Talpasolutions beispielsweise. Weil die Talpasolutions, hat durch ihre Lösung, durch ihr Produkt im Moment die Chance, durch den Background von Sebastian zu zeigen, dass das Produkt funktioniert, im Bergbau mittelfristig aber der Plan ist, weil die Technologie auch gut übersetzbar ist, diese in die Logistik zu bringen. Und da würden wir natürlich als Partner oder da werden wir als Partner dann nochmal eine andere Stellung einnehmen und auch den Mehrwert bieten, den wir uns so als F-LOG auch auf die Fahnen geschrieben haben.

Sarah: Jetzt würde mich mal interessieren, so als zukunftsfähiges Geschäftsmodell und du hattest vorhin gesagt Sebastian, du hast selbst das Stichwort Kohle gebracht. Wie kriegen wir das so zusammen? Ich assoziiere Bergbau jetzt natürlich auch ganz, ganz stark irgendwie mit Kohleabbau, beinhaltet aber sicherlich noch viel, viel mehr, oder?

Sebastian: Klar, das beinhaltet sehr viel mehr. Ehrlich gesagt, Kohle ist gar nicht so ein großes Thema bei uns, sondern wir konzentrieren uns wirklich auf Bergbau oder Baumaschinen. Das ist im Endeffekt eigentlich nur eine Nummer größer und halt Schwermaschinen, die auch Kräne, LKWs, Hydraulikbagger, Radlader, die sowohl über als auch Untertage eingesetzt werden können und auch in angrenzenden Industrien wie Konstruktion, sprich der Bauindustrie oder auch der Logistik. Unsere Kunden fördern nicht nur Kohle, sondern Salze, Gold, andere Metalle, die wir alle so für unseren Alltag benutzen. Das heißt, wir bieten alles das an Rohstoffen für unsere Kunden, was nicht auf den Bäumen wächst. Das wird alles produziert und dafür gibt es Bergbau. Und das ist international, sowohl vor der Haustüre mit Steinbrüchen oder auch in Salz oder auch international in Amerika, in Australien oder auch in Russland beispielsweise. Da gibt es auch Kunden von uns.

Sarah: Okay, nachvollziehbar. Jetzt schreibt ihr bei euch auf der Website, dass bisher ungefähr nur ein Prozent aller Daten, die genutzt werden, ihr sozusagen den Rest die restlichen 99% dieser Daten geben wollt. Kannst du mal so ein klassisches Beispiel geben? Gerade ist das für mich noch so sehr abstrakt was ihr macht. Wo helft ihr sozusagen wirklich unmittelbar einem potenziellen Kunden mit euren Werten?

Tim: Also unsere Kunden besitzen in der Regel große Maschinen, die man auch auf der Autobahn erkennt, wenn man eine Autobahn entlangfährt und dort gebaut wird. Nur ein paar Nummern größer. Das heißt, wir haben LKWs und Trucks, die z.B. 400 Tonnen Zuladung haben können oder große Hydraulikbagger, die mehrere Tonnen, 30 Tonnen in ihre Schaufel bekommen. Und diese Fahrzeuge produzieren sehr viele Sensordaten, die alltäglich ausgewertet werden können, ähnlich wie beim Privatfahrzeug, wenn man das Gaspedal drückt, werden die Informationen digital übertragen und nicht mehr manuell. Und unsere Aufgabe ist es im Endeffekt, diese Daten aufzunehmen, zu analysieren auf Effizienzen oder auch zu schauen, fallen Bauteile aus sozusagen das Schlagwort Predictive Maintenance. Zu sagen wann müssen Komponenten verbessert werden. Ich gebe ein ganz einfaches Beispiel: Wenn so eine Maschine im Einsatz ist, können wir ermitteln, dass gewisse Komponenten kurz vor dem Ausfall sind. Wir können die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt informieren, können auch darüber hinaus sagen, welchen Effekt das hat, wenn diese Maschinen jetzt aus der Produktion herausgenommen wird, auf den Output der gesamten Mine. Und wir können auch sagen, welche Komponenten gewechselt werden müssen. Das heißt, was muss durchgeführt werden. Und das ist im Endeffekt unsere Lösung. Das heißt, wir machen Daten verständlich. Und heutzutage werden, man kennt es aus dem Auto ein paar Fehlermeldungen mitgegeben. Wir nehmen sämtliche Daten auf, analysieren sie und geben damit klare Hintergründe, wie diese Maschine sich effizienter einsetzen lässt bzw. sich auch Ausfälle vermeiden lassen.

Jens: Du hast gerade so ein bisschen teilweise meine Frage vorweggenommen. Trotzdem frage ich Sie nochmal, dieses Beispiel, was du gerade genannt hast Sarah, mit den 1% und 99%. Wenn diese 99% jetzt mal ganz ketzerisch gefragt so wichtig wären, warum funktioniert denn trotzdem alles bisher? Wenn man diese 99% noch nicht kennt, kannst du dann noch ein paar Beispiele nennen?

Sebastian: Na klar, gerne. Also in der Schwerindustrie, nicht nur im Bergbau, sondern auch im Bauwesen oder auch in der Logistik sind immer noch viele Menschen involviert und wir arbeiten hier mit mobilen Maschinen. Das heißt, wir sind nicht auf dem Factory Level. Das heißt, wir sind nicht in einer klassischen Anlage, wo er sich etwas unverändert ist, sondern wir haben hier Mobiles, Maschinen, die miteinander zusammenarbeiten müssen. Eine Hydraulikbagger belädt einen LKW und es sind Menschen involviert. Und diese Menschen müssen sich informieren, um relativ zügig und in time zu reagieren benötigt man die richtigen Informationen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ja, das hat früher funktioniert. Aber die Industrien, die ich gerade angesprochen habe, die haben natürlich auch eine gewisse Preisvolatilität, d. h. Preise verändern sich. Wir haben Kostendruck, d. h. Spritpreise erhöhen sich und man möchte im Endeffekt seine Kosten reduzieren und maßgeblich die beste Entscheidung treffen. Und dadurch, dass das immer wächst und im Endeffekt die Marge immer geringer wird, ist das Ziel schlussendlich Optimierung herbeizubringen. Und dabei helfen wir ganz klar.

Jens: Wenn du sagst Kosten und auch Entscheidung Kosten. Was kosten eigentlich Daten, wenn ihr die hebt? Gibt's da eigentlich eine Ratio, wenn man sag: "Okay, von den 99%, die ich noch nicht kenne, ich kann 60% mit dem Preis heben, ich kann 98% zu dem Preis heben und 99% kostet mich das. Ist das eigentlich auch etwas, was linear ist? Oder wenn du startest, hast du eigentlich die Möglichkeit unendlich viel Impact da rauszuziehen?

Sebastian: Ich glaube, es ist Letzteres. Also wenn du startest, hast du relativ viel Impact und du fängst und das ist auch einer der Gründe, warum der Bergbau angefangen haben, die größten Maschinen um den größten Impact zu kreieren. Aber ich gebe ein Beispiel mit Reifen. Wir können mit Hilfe von 3,4 Sensordaten Aussagen darüber geben im Bergbau, für Bergbau Maschinenbau beispielsweise, wann ein Reifen gewechselt werden muss. Dieser Algorithmus basiert darauf, dass sich die Außentemperatur habe, dass ich die Information habe, ob die Maschine voll oder leer beladen ist, wie viel Umdrehungen der Reifen gemacht hat etc. pp. Dadurch weiß ich, wie der Abrieb des Reifens ist und kann dann vorhersagen wann muss der Reifen gewechselt werden. Der Impact daraus ist ganz einfach. Ich kann jetzt neue Businessmodell dahinter schalten oder ganz einfach sagen der Reifen muss gewechselt werden. Und ich kann aber diesen Algorithmus auch übertragen, nicht nur auf Bergbaumaschinen. Dort ist der Impact sehr sehr hoch, weil Reifen sehr sehr teuer sind, die Großen. Das heißt, ich kann das auch auf kleinere Maschinen, kleinere Reifen übertragen bis zu einem sehr, sehr kleinen Reifen. Der Zusammenhang ist schwer zu ziehen, aber mit diesem Reifendaten, wenn ich noch weitere Daten hinzufüge und weitere Aussagen generiere, kann ich immer weitere tiefgreifende Informationen geben, die weiterhelfen. Das heißt, ich würde eher sagen, je mehr Maschinen ich einbinde, desto bessere und genauere Aussagen kann ich tätigen. Je mehr Daten ich bekomme, desto mehr Datenhintergrund habe ich, desto mehr kann ich lernen. Es ist ähnlich wie bei Facebook oder bei Amazon. Wenn Amazon dir Produkte vorschlägt, je mehr User im Endeffekt gewisse Produkte kaufen, desto genauer wird diese Aussage auch. Das ist mit den Maschinen genauso. Ich kann genauer vorhersagen, wann Komponenten ausfallen oder eine Effizienz gering ist, wenn ich mehr Daten von Maschinen habe.

Tim: Ich glaube, was bei der Sache noch ganz interessant ist, wenn man ein Stück zurückgeht. Ich meine, man redet immer sehr viel über Daten, was ist möglich und was können die Techies leisten? Was können die ganzen Experten auf dem Gebiet leisten? Aber da ist immer noch ein großes Delta zwischen was kann geleistet werden und was ist im Moment eigentlich vorhanden, was ist der aktuelle Stand wie wirklich gearbeitet wird? So im wirklichen Leben, sag ich mal. Und da haben wir dann doch auch in unserer Analyse ganz viele Parallelen zwischen der Bergbauindustrie und auch der Logistik gesehen. Es gibt sicherlich ganz viele Leute, die sich mit der Digitalisierung der beiden Industrie beschäftigen. Aber wie es dann tatsächlich aussieht, da könnte man vielleicht als digital interessierte Person meinen, dass da noch ein bisschen Nachholbedarf ist, an der einen oder anderen Stelle. Und die interessantere Frage ist ja eigentlich auch für Sebastian und das war auch für uns ein Super Case zum Investieren, jetzt mal beiseite, was Daten kosten et cetera. Wir haben jetzt da eine Lösung, die jetzt in der Bergbauindustrie funktioniert im Sinne von dem Produkt der Talpasolutions. Das ist jetzt einfach nur mal in den Raum geworfen kostet 30.000/ 40.000 Euro im Jahr für ein Bergwerk und spart dem Bergwerk aber dann pro Jahr ein Vielfaches ein. Und das ist natürlich ein schönes Verkaufsargument dem Kunden gegenüber. Und was die Sache dann für uns nochmal, um den Bogen dann zu Ende zu spannen, deutlich interessanter macht ist das, wie werden die Daten beschafft? Das ist auf den Canvas-System aufbauend. Also so funktioniert halt die Datenbeschaffung in den Riesenmaschinen, die die Talpasolutions gerade beliefert. Aber auf diesen Systemen funktionieren auch Trucks und ganz viele Maschinen, die in der Logistik benutzt werden, sodass wir das eigentlich mittelfristig perfekt übertragen können. Um dann eben diese Use Cases nutzt die Talpasolutions Software. Ihr seht jetzt auf Grundlage eurer Daten, wo können Verbesserungen entstehen, wie könnt ihr eure Prozesse verbessern. Wie könnt ihr Arbeitsschritte verbessern, die euch Kosten einsparen und somit die Marge verbessern? Dass das eigentlich super easy übertragbar ist, also eigentlich schon auf dem Papier ein no brainer, wie man so schön sagt, um jetzt auch nochmal mit Buzzword zu kommen. Das ist eigentlich Potenzial was mit der Lösung von Talpa zu heben ist, was sehr, sehr vielversprechend ist.

Sebastian: Also, wenn ich da kurz einhacken darf. Tim, da sagst du genau was Richtiges. Es geht auf der einen Seite natürlich um Daten aufnehmen, Daten verarbeiten. Das ist die technische Komponente. Aber eine der wichtigsten Komponenten ist es auch, diese Nutzbarkeit der Daten zu machen. Es ist ein, buzzword. Wir sagen actuell insights, aber das meinen wir ernst. Also das heißt, wir sagen wirklich "Wie integrieren sich jetzt die Daten in den alltäglichen Workflow?" Das heißt, wie kann denn eine Person mit den Daten oder ein Mitarbeiter diese Daten wirklich nutzen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen? Das meinen wir nicht high level, sondern wir graben uns ganz tief und deswegen ist es auch ganz wichtig. Man könnte die Frage stellen: "Wie kannst du Sebastian als Bergbauingenieur ein digitales Business aufziehen?! Ich habe das Know how, also das subject matter Know how über die Bergbauprozesse, über die Industrie, über wie werden Maschinen eingesetzt und wie lassen sich solche Informationen integrieren. So ist auch die Idee von Talpasolutions entstanden, als ich im Endeffekt Consultant war. Ich habe Unternehmen beraten. Wie können sie ihre Prozesse effizienter gestalten? Wie können sie mit Daten arbeiten? Und ich habe gesagt "Warum soll ich viel Geld damit verdienen als Angestellter oder in meinem Unternehmen die Hälfte stellen, dass sie mehr Geld verdienen, dass ich Consulting betreibe?" Kann man das nicht automatisieren? Mithilfe der Daten, die ich nutze und darum geht es im Endeffekt. Handlungsempfehlungen geben, auch teilweise ganz einfache, banale Dinge, die heute auf dem Papier basieren, mehr Leuten zugänglich machen, nicht nur auf einem Papier haben, 20-mal in den Kopierer setzen, sondern mehr Leuten zugänglich machen, ein Verständnis haben und Diskussionen über Inzidenz, also Vorfälle zu haben, dass die Mitarbeiter sich darüber austauschen können, aber auch Learnings ziehen können. Das heißt, wie lerne ich? Wie kann ich etwas verbessern und Effizienz steigern und die Kommunikation in den Unternehmen steigern? Es bleibt so im Schwermaschienenbereich. Maschinen sind immer noch mit Menschen und das heißt auch in der Zukunft, auch wenn wir viel Automatisierung haben, werden immer noch Menschen involviert sein. Und genau den wollen wir helfen, bessere und klare Entscheidungen zu treffen. Insbesondere das Geschäft wird schneller, immer mehr Kostendruck, um dort auch besser zu agieren und klarer zu agieren.

Tim: Ich glaube, wenn ich noch einen Punkt hinzufügen darf, das ist ein wichtiger Punkt, den du da ansprichst. Denn das ist auch in unserer Analyse hochgekommen. Es geht halt auch aus der Investorensicht nicht immer darum, ich sag mal das coolste technische Produkt zu haben, was super sophisticated ist und alles abdeckt, was so der Techi vor dem Bildschirm sich da gerade ausdenkt. Der zweite und sicherlich ein wichtiger Schritt ist, dass du auf Augenhöhe mit dem Kunden bist und die Kunden auch in gewisser Weise verstehst. Also, dass du nicht nur sozusagen einen hochkomplizierten Bildschirm irgendwann vor Augen hast, wo du dann irgendwie ablesen könntest, was ist es, was dein Geschäft besser machen könnte, sondern auch, dass du wirklich auf jeglichen Layer, ob es jetzt der Arbeiter am Band ist oder der Geschäftsführer, wirklich anschaubare Informationen generiert bekommen, die das Business besser machen können. Und das sind immense Herausforderungen, weil sowohl im Bergbau als auch in der Logistik und ohne jetzt jemandem zu nahe zu treten. Da bin ich davon überzeugt, dass dann Sebastian nicht immer auf die Techies da trifft oder die technologischen Cracks, sondern dass die auch noch andere Sichtweisen auf Dinge haben, vielleicht dem oft auch ein bisschen kritisch gegenüberstehen. Und dabei ist es umso wichtiger, ein Produkt zu haben, was ein bisschen am Kunden entwickelt ist.

Sebastian: Also Sarah, das ist vielleicht auch nochmal der Rückschluss für dich, warum wir keine buzzwords machen. Wir haben häufig Kunden, die sind, ich will nicht sagen überfordert. Aber die stören sich daran, dass sie sehr viele buzzwords kriegen und die neuesten Technologien erklärt bekommen und sagen: "Ja, was ist denn jetzt Machinen Learning?". Aber sie wollen verstehen "Wie kann ich die neuen Technologien sinnvoll in meinem Arbeitsalltag einsetzen, das ist mir wirklich was bringt?" Weil ich setze ja nicht einfach Technologien ein, einfach des Technologiewillens, sondern es soll mir wirklich was helfen. Dafür steht Talpasolutions. Wir helfen den Leuten. Wir wollen uns nicht über das nächste Maschienenlearning austauschen, sondern wir wollen verstehen, wie kann Technologie dich in deinem Arbeitsalltag weiterbringen.

Sarah: Jetzt finde ich es natürlich mega spannend. Ich meine, Tim hat schon ganz begeistert von euch gerade erzählt und wirkt auch total überzeugt. Habt ihr denn selber auch eine Technologie angewendet, um die F-LOG zu finden? Oder wie seid ihr zwei eigentlich zueinandergekommen?

Tim: Ja, das ist eigentlich eine ganz lustige Story. Vielleicht muss man dazu sagen, dass es völlig üblich ist, weil ein Investment in ein Unternehmen, also für Sebastian, vielleicht sogar noch ein Stückchen mehr als für uns, ist das in gewisser Weise fast schon pathetisch, aber das Beispiel für die Heirat ist gar nicht so weit weg gegriffen. Also in dem Moment, wo wir in das Unternehmen investieren, ist da jemand mit am Tisch, der erstmal fremd ist, aber der auch auf einmal eine ganze Menge mit zu sagen hat. Also das heißt, diese Vertrauensbasis, die ist immens wichtig und auch ich, also wenn ich ein Unternehmen gründen würde, würde ich mir auch ganz genau anschauen, wen ich mir damit an den Tisch hole. Und es ist dahingehend üblich, dass Beziehungen über längere Zeit entstehen. Also es ist üblich, dass wir uns Portfolios angucken, die kennenlernen und dann vielleicht nicht sofort investieren. Wir also vielleicht zunächst die erste Absage erteilen, dann heißt es noch nicht, dass wir nicht vielleicht ein Jahr später doch investieren. Man muss im Austausch bleiben, sich kennenlernen, dass man sich so ein bisschen beschnuppert, weil die Entscheidung halt so viel Impact hat. Und Sebastian und ich haben uns damals, also ich komme ja aus dem Venture Capital, bei meinem alten Arbeitgeber auf einer Veranstaltung kennengelernt. Wir hatten eigentlich einen relativ guten Start in das, dass wir uns beschnuppern konnten, denn wir waren in einer anderen Stadt. Sebastian musste dann damals noch nach Düsseldorf, wo ich wohne, und hat mich netterweise mitgenommen. Wir haben uns zehn Minuten vorher kennengelernt und auf einmal fing auf der Autobahn Sebastians Auto an zu qualmen und wir mussten auf den rechten Standstreifen fahren und Sebastian musste da dann den Retter spielen und ich weiß nicht, ob du dann das Wasser nachgefüllt hast oder was da genau los war. Aber was ich damit sagen wollte, es war ein guter Eisbrecher.

Sarah: Du warst da aber nicht mit einem Schwertransporter unterwegs, oder?

Tim: Nein, nein, das war ein ganz normales Auto und ich kann mich auch noch dran erinnern, dass wir im Auto auch schon ausgetauscht haben, auch wenn die Talpasolutions damals für uns noch viel zu jung war. Das waren ein paar Leute mit einer verrückten Idee, die eine Vision hatten, aber noch kein Produkt. Und wir haben uns damals aber auch schon ausgetauscht über "Wo kann so ein Unternehmen hingehen? Wie ist so die Arithmetik? Wie kann man es groß machen? Was hat es für Herausforderungen? Wo sind diese kritischen Erfolgsfaktoren?" Und ich wusste damals noch, als ich aus dem Auto gegangen bin, das ist ein cooler Typ, der weiß, was er will. Der hat eine Vorstellung, hat dieses gewisse Etwas aus Mischung von Smartness, Arbeitseifer aber auch eine konstruktive Dickköpfigkeit, sodass wir da in Kontakt geblieben sind und dann eigentlich erst Jahre später das Investment stattgefunden hat, sodass wir da eigentlich eine gute Absprunghöhe hatten. Als es dann schlagen wurde, die Talpasolutions sich blendend entwickelt hat und dann auch sozusagen das Setup geschaffen hat, dass da auch VCs einsteigen, sodass wir uns da schon kannten und dann auch auf Augenhöhe diskutieren können, macht es Sinn für beide Seiten. Und da sind wir zum Schluss gekommen macht es. Und so ist eigentlich diese Beziehung entstanden. Und das ist aber, auch wenn das jetzt mit der Autobahn Geschichte ein bisschen verrückt klingt, gar nicht so untypisch ehrlicherweise. Also das passiert ganz oft, dass man sich erst mal kennenlernen muss und vertrauen muss. Und das kommt auch nicht von ungefähr, viele Gründer gründen ja auch mehrmals und dann sitzen eigentlich immer wieder die gleichen Personen mit am Tisch sitzen, weil das einfach so immens wichtig ist, dass man sich streiten kann, aber danach auch wieder in die Augen gucken kann, dass man sich austauschen kann. Also auf jeglichen Ebenen, wie es eigentlich auch oft in der Beziehung ist. Und das ist so ein bisschen die Story dahinter, wie das alles so entstanden ist.

Sebastian: Ich glaube aus Gründersicht ist es auch ganz wichtig, dass man ganz klar eine Beziehung aufbaut. Also klar, ich gehe jetzt nicht mit jedem Investor ins Auto und lass den Wagen in den Standstreifen fahren. Man muss eine Ebene finden und ich glaube aus Gründenperspektive ist es ganz wichtig, dass man eine ähnliche Vision schärft. Beziehungsweise ich glaube, manchmal ist es für Investoren insbesondere in der Frühphase schwer zu verstehen, was der Gründer eigentlich will, wohin er will. Aber wenn man dort jemanden findet, der einem zuhört und dann auch teilweise mitentwickelt und auch kritische Fragen bekommt. Also auf der Gründerseite ist es extrem wichtig Investoren zu haben, die sagen: "Naja, ist das denn richtig? Ist das falsch? Kann man das nicht noch aus einer anderen Perspektivwinkel sehen?" Und ich glaube das war für uns wichtig, bei Tim, bei der F-LOG allgemein. Da war es sofort so, als wir die Gespräche wieder aufgenommen haben und es konkreter geworden ist, dass es wirklich diesen Check up gab, dass man ähnlich tickt, man eine gleiche Wertvorstellung auch von der Industrie hat. Man sieht das ähnlich, dass sich das richtig entwickelt und das mit Tim, das mit Tanja ja, das ist ganz extrem wichtig, dass man sich dort etwas gemeinsam aufbaut und am Ende, ja, man gehört zusammen, man macht ein gemeinsames Unternehmen. Das ist ganz, ganz wichtig an dieser Stelle.

Jens: Ich finde es super faszinierend hier im Gespräch ich kann euch die ganze Zeit hören. Es ist wirklich so, ihr spielt euch die Bälle zu. Es ist eigentlich wie eine Einheit. Man merkt gar nicht, dass bei Tim irgendwo auf der Karte F-LOG steht und bei dir Sebastian Talpas, sondern eigentlich steht da das gleiche drauf. Was mich so mehr interessiert ist, wie kann das gerade zu Beginn funktionieren, Tim hat ja gerade beschrieben, dass es ein langer Prozess ist. Wenn dann jemand wie Sebastian aus so einer echten Nische wie Bergbauschwerindustrie kommt, dann auch noch eine Datensensor getriebene Idee, ein Startup hat, wie kommt man denn dann aus deiner Sichtweise so schnell dazu, sich so stark damit zu identifizieren und das auch zu verstehen? Weil bevor du es verstehst, kannst du dich ja nicht unbedingt damit identifizieren. Oder ist es dann wirklich so, dass man sich auf persönlicher Ebene so gut versteht, dass man auch ein Stück weit in der Person das Vertrauen sieht, auch wenn man die Lösung vielleicht nicht hundertprozentig verstanden hat?

Tim: Ja, das ist eine gute Frage, ist aber auch gar nicht so untypisch. Erst einmal schön zu hören, dass wir den Eindruck erwecken. Ich glaube, zur Wahrheit gehört auch, dass wir schon ein paarmal hitzig diskutiert haben. Das ist aber glaube ich auch nicht ganz verkehrt. Das ist halt auch immer wieder so eine Herausforderung, des Venture Capitals, was aber auch die Talpasolutions gut gemacht hat. Also ich bin Fan davon, erstmal zu verstehen, wie oder andersherum, ich bin kein Fan davon, wenn man als junges Unternehmen mit begrenzten Kapazitäten direkt den ganzen Markt revolutionieren muss oder will und direkt das neue Google sein will und dann sitzen da zwei Leute vor dir, ist schwierig. Ich glaube, es hat sich auch in der Praxis bewährt, dass man sich auch gerne eine Nische aussucht, die komplett versteht, das Produkt als solches auf Herz und Nieren testet, mal grob versteht, wie so ein Sellprozess abläuft, wie man Unternehmen bespielt, also die Kunden dann in dem Fall. Wie es ist Mitarbeiter einzustellen und so gewisse Lerneffekte entstehen. Und die Talpasolutions möchte diese Lerneffekte oder möchte diesen Proff of Koncept, wie es so schön heißt, in der Bergbauindustrie schaffen. War auch mein Eindruck damals. Bergbauindustrie? Was ist das denn so? Also die Schächte stehen ja alle leer im Ruhrpott. War nicht ganz so, weil habe ich dann auch gelernt. Deutschland ist eben noch sehr im Tagebau aktiv und Australien, Südamerika, Russland, was da noch an Bergbauaktivitäten entsteht und gemacht wird ist verrückt. Aber das beiseite ist das immer die Vision der Talpa war, wir machen im Proff of Koncept den Bergbau und wollen dann, weil die Technologie so gut übertragbar ist an die Industrie bespielen, unter anderem auch die Logistik. Das finde ich gut, weil wenn es jetzt in die Logistik geht oder auch in andere Branchen, dann weiß die Talpasolutions ganz genau, wie der Hase läuft. Ist zwar eine andere Industrie, aber die wissen, wie ein be to be Vertrieb funktioniert. Die wissen, was das Produkt kann und was es nicht kann. Und das ist unglaublich wichtig, um ein Wachstum so effektiv wie möglich zu machen, weil diese ganzen "Geldverbrenner Startups", die kennt man. Die haben sicherlich auch in vielen Sachen oder in vielen Märkten Existenzberechtigung. Aber ich mag den Gedanken sehr, dass man erst mal auf kleiner Flamme eklatante Lerneffekte generiert und das dann einfach, wenn man das Geschäft verstanden hat skaliert, wie es so schön heißt, das ultimative Buzzword. Aber ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen.

Sarah: Jetzt habt ihr ganz viel darüber erzählt, wie ihr euch kennengelernt habt und auch was die Stärken sind des anderen. Vielleicht ergeben wir nochmal so ein bisschen in das Operative. Das ist glaube ich, eine ganz interessante Geschichte. Wenn man jetzt den Investor auf der einen Seite hat, auf der anderen Seite sozusagen Startups, wie oft trefft ihr euch jetzt? Was hat man eigentlich für Möglichkeiten der Einflussnahme, um mal so ein bisschen so hinter die Kulissen zu gucken. Wie sieht es da in der Praxis aus und wo kommt es da dann vielleicht auch mal aktiv zu Reibung bei euch?

Tim: Auch eine interessante Frage. Ist ganz unterschiedlich. Aus Investorensicht hat man ein Portfolio. Das sind dann fünf bis zehn Unternehmen oft und die haben natürlich immer mal wieder andere Intensitäten. Großes Problem ist halt die Liquidität. Dann wird mal wieder eine Finanzierungsrunde gesucht, dann ist das Auge da drauf. Dann ist erstmal wieder im Geschäft ein großer Kunde, der gewonnen werden muss. Also es gibt jetzt keinen Prozess, das wir wissen, wir telefonieren alle zwei Tage miteinander. Wir haben durchaus in der Praxis einen festen Monatscall, wo wir uns über die aktuellen Zahlen, die Geschäftsentwicklung austauschen. Und wenn man, auch aus Investorensicht, wenn man merkt, es läuft, es passiert gerade ganz viel Gutes, dann tritt man auch einen Schritt zurück, um die auch selbst atmen zu lassen. Und wenn man merkt, es gibt Herausforderungen, es gibt Probleme, dann geht man natürlich intensiver rein und versucht da zu unterstützen. Also so möglichst in einem konstruktiven Raum. Also es gibt, glaube ich, auch viele Investoren, die das ein bisschen überstrapazieren an vielen Orten. Das ist auch eine Kunst für sich, dass man das in der effektiven Balance hält. Es gibt auch Zeiten, wo Sebastian und ich täglich mehrmals telefonieren oder auch regelmäßig treffen. Das ist ganz nach Situation und Lage unterschiedlich. Und Diskussionen entstehen natürlich immer in Geschäftsentscheidungen, die halt in erster Linie auch die Liquidität beeinflussen. Die Entscheidungen übers Budget, ein ganz großes Thema. Natürlich hat Sebastian wahrscheinlich auch andere Meinungen, wofür das Geld gebraucht wird als ich vielleicht. Und auch über weitreichende Produktentscheidungen wird immer wieder gerne diskutiert. Also die großen Themen, die sparen wir uns dann immer auf, um dann die Köpfe zusammen zu stecken und dann das auch heiß zu diskutieren.

Sarah: Siehst du das auch so?

Sebastian: Aus Gründersicht ist ein wichtiger Aspekt, also ich wurde mal gefragt, ob Gründer so ein bisschen Aufpasser sind. Ich glaube, das ist falsch. Auf der einen Seite sind Investoren dazu da, um nicht aufzupassen, aber zu hinterfragen. Das ist ein wichtiger Aspekt. Also wenn ich irgendwie in meiner eigenen Suppe hänge und tolle Strategien in Talpasolutions mit meinen Kollegen und Kollegin ausarbeite, dann ist das erstmal toll und ich bin euphorisch und ich habe die beste Idee der Welt und ich glaube, die Welt erobern zu können. Und dann ist es immer ganz gut, jemanden zu haben, dem man das vorstellt, der das kritisch hinterfragt und nochmal den Devil's Advocate spielt. Ich glaube, das ist einer der wichtigsten Punkte. Der andere Punkt ist, Investoren, die können einem immer helfen. Das sind diejenigen am Ende, die man auch unbedarft zu etwas befragen kann. Wenn ich in die Welt gehe, will mir am Ende irgendjemand etwas verkaufen oder mir einen Rat geben, der Geld kostet. Es gibt wenig Beratung sozusagen. Und es sind manchmal sehr banale Dinge, wenn man Fragen zu Einstellungen hat, wenn man mal eine Meinung hören möchte, wenn man irgendwie Kontakte sucht. Relativ oder auch simple Dinge. Als Gründer erlebt man jeden Tag neu. Alles ist neu. Man lernt immer jeden Tag dazu. Und da ist immer nochmal sinnvoll, eine fallback Option zu haben, um sich die Meinung einzuholen. Es ist nicht so, dass jetzt der Tim zu mir kommt und sagt: "Sebastian du musst das so wie folgt machen.", sondern hat in der Regel eine klare Meinung und er hat auch eine Idee oder manchmal ist es auch einfach, dass man sich austauscht. Wie z.Bsp. Kannst du mir mal helfen, Für und Wider, Priorisierung etc. pp. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und last but not least Budget. Das ist am Ende auch eine Strategiefrage. Es werden die nächsten 12 Monate immer mehr oder weniger oder auch länger festgesetzt. Da wird natürlich auch heiß debattiert und da geht's auch so ein bisschen darum. Ich sage auch ganz ehrlich, ich bin immer ein bisschen eifriger in die Zukunft zu denken. Da sagt dann der Tim: "Naja, wollen wir nicht auch nochmal den anderen Case betrachten und welche Optionen gibt es noch?". Also ich glaube, das sind natürlich auch Streitpunkte, wo man auch eine gewisse Streitkultur haben muss und sich auch auseinandersetzen muss. Aber man ist gemeinsam im Unternehmen. Das ist ganz wichtig. Also Investoren sind keine Aufpasser, sondern man arbeitet gemeinsam an der Entwicklung des Unternehmens. Man verfolgt gemeinsames Ziel, eine klare Vision. Und das möchte man gemeinsam erreichen. Das heißt, man sitzt in einem gemeinsamen Boot.

Tim: Da muss ich vielleicht doch auch noch mal ganz kurz meine vorherige Antwort ergänzen, denn das ist richtig, was du sagst. Wichtiger Punkt in der ganzen Diskussion ist auf das aufbauend, was Sebastian gesagt hat, ist, dass ich mich jetzt bestimmt nicht in den ganz grundlegenden Sachen einmische, irgendwie in der Kernkompetenz des Produktes. Da habe ich nichts zu sagen, weil wenn ich das irgendwie besser wüsste, dann wäre das Investment falsch gelaufen, weil der Gründer muss immer eine Kompetenz haben, die ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Da ist es auch in der Balance, sich da raushalten zu können. Was aber, glaube ich, ein VC gut bieten kann, ist, dass man eben schon so viele Jungunternehmen gesehen hat. Unter anderem auch, wo die Fehler gemacht haben, dass man da sich so ein bisschen so ein Muster erspielt und Erfolgsfaktoren rauspackt, dass XY wichtig ist und XY schädlich ist. Und dass den Gründern, die das vielleicht zum ersten oder zweiten Mal mitmachen, die Erfahrungen zu teilen, um dann die Fehler nicht machen zu müssen und eventuell auch teuer bezahlen zu können, sodass sich so ein Mischmasch herauskristallisiert, dass man sich dann auch einfach ergänzt in vielen Sachen, wie Kompetenzen.

Jens: Ich würde gern zum Abschluss nochmal euch Beide fragen. Ihr habt jetzt ja viel darüber erzählt, wie seid ihr zusammengekommen; wie es aktuell die Zusammenarbeit; wie knirscht es auch manchmal, wie kommt man doch wieder zusammen. Aber wie sieht es denn zukünftig aus? Also gibt es einen gewissen Plan, wie Ihr jetzt zusammenarbeitet? Gibt's einen definierten Start und dann auch irgendwann einen definierten Endpunkt? Wie ist sozusagen so der Ausblick bei so eine Zusammenarbeit?

Tim: Ja, also das ist auch ein großer Teil in den Gesprächen, wenn wir ins Investment reingehen. Im Endeffekt investieren wir eine Vision und die muss schon vorher diskutiert werden und gespiegelt werden. Ich bin gerade dabei, dass ich sage mal auf einer Zeitlinie in so einer Timeline so ein bisschen zu schärfen. Aber das Ziel ist jetzt, dass wir in den nächsten Monaten den Proff im Bergbau erreichen, dass da sozusagen ein Haken dran ist. Das natürlich, weil es auch ein sehr interessantes und auch ein Geschäft ist mit sehr, sehr viel Potenzial, das weitergemacht wird, aber das dann sukzessive geguckt wird, in welche Industrien können wir reingehen, ob es jetzt die Logistik ist, wo wir ja offensichtlicher Weise ein Know how haben und mit FIEGE im Rücken unglaublich Mehrwert bieten können, die so ein Unternehmen wie Talpasolutions relativ schnell ich sag mal so auf der linken Überholspur auf ein Level bringen können, was sonst nicht der Fall wäre. Aber aufgrund dieser Technologien, ob dann auch geguckt wird ähnlicher Weise in die Agrarwirtschaft, wo es ja auch Verbindungen zwischen einem beispielsweise in dem Claas gibt, die auch FIEGE hat und sodass es so ein bisschen zweigeteilt ist auf einmal, FIEGE Kerngeschäft kann unglaublich interessant sein. Aber ich glaube auch, dass es für FIEGE auch sehr interessant sein kann, mit ich sag mal verbandelten Unternehmen oder anderen Kunden, dass auch Lösungen entwickelt werden, wo so eine Win-Win-Situation entsteht. Und das wollen wir jetzt in den nächsten Monaten erreichen. Das Investment ist ja gerade erst gelaufen und da wurde allerhand diskutiert und ich sag mal auf dem Reißbrett skizziert. Aber dass wir das jetzt sozusagen exekutieren und wirklich ganz konkret machen.

Sebastian: Genau, das trifft es eigentlich ganz gut. Das ist das klare Ziel, dass wir uns hier jetzt gemeinsame Anknüpfungspunkte einerseits identifizieren, aber auch umsetzen. Auf der anderen Seite natürlich wir Talpasolutions wollen halt auch jetzt der FIEGE zur Verfügung stehen, wenn wir gemeinsame Kunden beispielsweise haben, hier an dieser Stelle auch zu unterstützen, auch mal in eine andere Perspektive einen anderen Blickwinkel drauf zu geben, an welcher Stelle das hilfreich ist, das ist genau das, was wir jetzt auch mit Tim und Tanja gemeinsam identifizieren. Wo geht es darum, wo haben wir, wo sind gemeinsame Kunden, wo können wir als Talpasolutions auch einen Mehrwert in die FIEGE bringen. Nicht, dass es nur oneside eine Einbahnstraße ist, sondern wir wollen auch etwas zurückgeben. Das ist uns ganz, ganz, ganz wichtig, auch an dieser Stelle, um diese Erfahrung mit einzuspielen,

Tim: Das, was mir so im Hinterkopf da noch so schwirrt, ist, als du Sebastian Jens Fiege kennengelernt hast. Und das zeigt so ein bisschen die DNA von FIEGE. Da haben wir uns auch ausgetauscht. Jens hatte auf einmal im Kopf: "Ja, müssen wir mit dem sprechen und dem.”, sodass es auch so links und rechts einfach... Das zeigt so ein bisschen die DNA, wie das Unternehmen tickt, einfach so hands on und auch als Unternehmer zu Unternehmer. Das fand ich so cool, dass da einfach nochmal so Potenziale rausgekommen sind, die ich auch gar nicht auf der Agenda hatte. Er fing dann direkt an: " Lasst mal mit dem Sprechen und für den könnte es interessant sein." Und das zeigt einfach auch, wie gehaltvoll so eine Partnerschaft sein kann. Über das Thema Investieren und Geld bereitstellen.

Sebastian: Es geht nicht nur um das Finanzielle, sondern es geht auch wirklich. Da hat sich jemand rein gedacht, auch wenn man nur ein paar Minuten hatte, das zu erklären. Man hat es verstanden, meine eine Wellenlänge und man hat unterschiedliche Unternehmerperspektiven darauf gehabt. Das war echt cool. Und auch da sehe ich als Gründer ganz klar den Vorteil, F-LOG jetzt hier an Bord zu haben, um dort auch gemeinsam gute Schritte zu vollziehen.

Jens: Ja, sehr schön. Danke auch für das Feedback an der Stelle. Ich finde, das trifft es auch so ein bisschen auf den Punkt, wenn man sich so ein bisschen beschäftigt und auch sieht "Okay, FIEGE gemacht hat sich nur stumpf warehousing", sondern guckt in viele Richtung, grade auch auf softwareseitig. Dann ist es denke ich auch super fit. Ich finde es richtig gut, dass du das da nochmal so zusammengefasst hast. Deswegen danke euch beiden für diesmal. Vielleicht fürs nächste Mal. Wie gesagt du hast uns ja schon Mehrwert zurückgegeben indem du uns jetzt ein bisschen was erzählt hast. Danke dir.

Sarah: Also ich glaube, wir könnten noch ganz ganz lange zuhören. Das war jetzt auch für uns ein bisschen Première, das mal zu viert zu machen, was auch super gut geklappt hat, weil perfektes Gespräch. Also wir beobachten das weiterhin. Wie ihr euch entwickelt und vielleicht sprechen wir uns ja in drei Jahren wieder und ihr seid das nächste Unicorn und dann auf jeden Fall in einer anderen Umgebung, hoffentlich.

Jens: Bis dahin, danke euch.

Tim: Gerne.

Sebastian: Glück auf.

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